Herzlich willkommen, Herr Nägele!

Hans-Benno Wichert (links) hat Fritz Nägele, dem neuen Bürgermeister von Oberdischingen, mit einem Lenkrad Glück gewünscht. Foto: Rainer Schäffold
Hans-Benno Wichert (links) hat Fritz Nägele, dem neuen Bürgermeister von Oberdischingen, mit einem Lenkrad Glück gewünscht. Foto: Rainer Schäffold

Fritz Nägele offiziell als Bürgermeister von Oberdischingen verpflichtet

 

Seit 2. Januar im Dienst, ist Fritz Nägele jetzt offiziell als Bürgermeister von Oberdischingen verpflichtet worden. Der 49-Jährige war bislang ehrenamtlicher Ortsvorsteher in Schelklingen-Justingen.

RAINER SCHÄFFOLD | swp online 16.01.2014

 

Die Erwartungen an den neuen Bürgermeister seien nicht gering, sagte Gemeinderat Hans-Benno Wichert am Dienstagabend im Oberdischinger Rathaus. Fritz Nägele möge Gas geben, die Gemeinde stets richtig steuern, Unwägbarkeiten umkurven und immer die beste Linie finden. Damit dies gelinge, überreichte Wichert dem 49-Jährigen ein Lenkrad.

 

Fritz Nägele, bisher als Polizeibeamter tätig und ehrenamtlicher Ortsvorsteher in Schelklingen-Justingen, wurde am 20. Oktober zum Nachfolger des langjährigen Oberdischinger Bürgermeisters Benno Droste gewählt. Am Dienstagabend ist er offiziell ins Amt eingesetzt worden. Wenn er sich für junge Familien einsetze, dann sei er auf dem richtigen Weg, gab Landrat Heinz Seiffert dem Neuen mit auf den Weg. Stets für die Bürger ansprechbar zu sein, könne manchmal anstrengend sein, "besonders, wenn sie während der Sportschau anrufen", scherzte Seiffert, um gleich auch die Herkunft Nägeles anzusprechen. "Ja, die Justinger. In meiner Jugend waren es nur gute Fußballer, jetzt ist dort eine kommunalpolitische Talentschmiede." Damit spielte Seiffert auch auf Wolfgang Koller, im Landratsamt Leiter des Fachdienstes Ländlicher Raum und Kreisentwicklung, sowie auf Ulrich Oberdorfer an, bislang Bürgermeister in Griesingen und neuer Rathaus-Chef in Heroldstatt. "Und die Ingstetter gehören auch dazu", ergänzte Seiffert, an den Erbacher Bürgermeister Achim Gaus gewandt, der aus Ingstetten stammt.

 

Die 2000-Einwohner-Gemeinde Oberdischingen sei ein ökumenisch geprägter Ort, sagte Gunther Wruck, evangelischer Pfarrer aus Ersingen. Zwar seien die Katholiken deutlich in der Mehrzahl, doch herrsche ein gutes Miteinander. "Hier ist der Glaube heimisch geworden." Weitere Grußworte sprachen der Ehinger Oberbürgermeister Alexander Baumann und der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Traub.

 

Seit seinem Dienstantritt am 2. Januar habe er bereits "viele Zeichen der Wertschätzung und Sympathie von den Bürgern" erhalten, sagte Nägele. Er werde sich voll und ganz für die Gemeinde einsetzen, ein Klima des Dialogs und des Zuhörens und der Ehrlichkeit schaffen.

 

Zur Amtsverpflichtung des neuen Bürgermeisters, die sein Stellvertreter Josef Rapp, vornahm, waren zahlreiche Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden, Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Vereinen, gekommen.

Fritz Nägele hat nun das Steuer in Oberdischingen in der Hand (Foto: kö)
Fritz Nägele hat nun das Steuer in Oberdischingen in der Hand (Foto: kö)

Fritz Nägele hat nun das Steuer in Oberdischingen in der Hand

Viele Amtskollegen, Politiker, Vertreter der Kirchen und Vereine heißen den neuen Schultes offiziell willkommen

Von Barbara Körner sz online 14.01.2014 21:25

 

OBERDISCHINGEN Der erste Stellvertretende Bürgermeister und Dienstältester Gemeinderat Josef Rapp hat am Dienstagabend dem neuen Bürgermeister Fritz Nägele das Dienstversprechen im Rahmen einer offenen feierlichen Gemeinderatssitzung abgenommen.

 

Lang war dabei die Liste der Ehrengäste: Landrat Heinz Seiffert, der Landtagsabgeordnete Karl Traub, die Bürgermeisterkollegen OB Alexander Baumann, Michael Knapp, Achim Gaus, Robert Rewitz, Karl Lüddecke, Uli Oberdorfer, der Vorgänger Benno Droste, Nägeles früherer Chef, der leitende Polizeidirektor Franz Lutz von der Polizeidirektion Reutlingen, die Pfarrer Harald Talgner und Gunther Wruck, Gemeinderäte, Vereinsvorsitzende – sie alle waren da.

 

„Heute wird die Wahl, die sie so grandios gewonnen haben, umgesetzt. Oberdischingen hat gut gewählt“, sagte Landrat Seiffert. „Den Menschen offen zu begegnen und ihre Probleme anzunehmen ist anstrengend, besonders, wenn sie während der Sportschau anrufen“, fand der Landrat. Justingen war früher nur für gute Fußballer bekannt, scherzte Seiffert, heute sei es eine Kaderschmiede für gute Kommunalpolitiker.

 

Baumann sprach für die Verwaltungsgemeinschaft Ehingen, Öpfingen, Griesingen und Oberdischingen, das sei eine gute und bewährte Konstruktion. Baumann ging weit in der Geschichte zurück, auf die Verbindung zwischen Ehingen und Oberdischingen durch die Grafen von Berg. „Wir haben schon immer zusammengehört“, sagte der OB. Große Geschenke verteile er nur zum Abschied, zur Begrüßung gebe es nur Kleinigkeiten, sagte Baumann und schenkte Nägele einen Führer durch das Ehinger Museum mit zwei Eintrittskarten und die Einladung auf eine Tasse Kaffee in sein Büro. Karl Traub betonte die Vielfalt der Arbeit eines Bürgermeisters, die vom Kindergarten bis zum Abwasser reicht. „Erhalten Sie das gute Klima in der Gemeinde“, riet er. Pfarrer Gunther Wruck überbrachte die Grüße der Kirchen und zitierte den Propheten Jeremiah mit den Worten „bemüht euch um das Wohl der Stadt“. „Da hat Oberdischingen noch Spielraum nach oben“, so Wruck. Roland Albrecht vom SVO sprach für die Vereine im Ort und wünschte sich weiterhin eine offene Rathaustür und eine offene Hand.

 

Nägele selbst schnitt die anstehenden Aufgaben an wie die Aussegnungshalle, das Pumpwerk und die energetische Sanierung der Schule. „Da gilt der Ausspruch von Churchill, der gute Wille ist keine Entschuldigung für schlechte Arbeit“, sagte der neue Bürgermeister.

 

Einen besonderen Gag hatte sich Gemeinderat Hans-Benno Wichert ausgedacht, er schenkte dem neuen Bürgermeister ein Lenkrad: „Lenken Sie die Gemeinde, nutzen sie den Gemeinderat als Navigator, hören Sie möglichst nie, bitte wenden. Geben Sie Gas, Herr Bürgermeister.“

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0