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Foto: Marlene Müller An der Station "Fühlbar" notieren Sabrina (links) und Sarah, welche Baumaterialien sie ertastet haben.
Foto: Marlene Müller An der Station "Fühlbar" notieren Sabrina (links) und Sarah, welche Baumaterialien sie ertastet haben.

Ertasten, rechnen, informieren: "Baubus" soll Schüler für Bauberufe begeistern

Der "Baubus" hat an der Grund- und Werkrealschule in Oberdischingen Station gemacht. Die Aufgaben, die es darin zu erledigen gibt, sollen Schülern Bauberufe schmackhaft machen.

MAM | 23.01.2014 swp online

Wenn Maurermeister Jürgen Mayer im "Baubus" unterwegs ist, will er eine weit verbreitete Vorstellung korrigieren: Bauberufe "sind schon körperlich, aber meist nicht so, dass man ständig was tragen muss." Die Arbeit habe sich verlagert, weg von der körperlichen Belastung hin zu der technischen Bedienung von Geräten. Auch Frauen würden sich deshalb gute Chancen bieten.

Ob junge Frauen oder junge Männer - in der Baubranche sind Auszubildende zunehmend begehrt. Tausende Fachkräfte werden in den nächsten Jahren in Rente gehen. Deshalb wirbt der Verband "Bauwirtschaft Baden-Württemberg" mit dem "Baubus" um Nachwuchskräfte. Das ist ein Linienbus, der mit handwerklichen Aufgaben und multimedialen Elementen ausgestattet ist. Seit einem Jahr touren Maurermeister Mayer und Bauingenieur Manfred Hettich mit dem Bus durch Baden-Württemberg, halten jeden Tag vor einer anderen Schule.

Am Mittwoch machten sie Station an der Grund- und Werkrealschule in Oberdischingen. Die Acht- und Neuntklässler hatten Verschiedenes im Bus zu erledigen: zum Beispiel Gegenstände ertasten, Grundrisse berechnen oder vor dem 3D-Bildschirm einen Interessentest hinsichtlich der Bauberufe machen.

Schulleiter Reinhard Allgaier ist von den Aussichten der Branche überzeugt. Wer erst eine Lehre mache, später einen Meister, der habe eine leitende Position inne und arbeite mit High-Tech-Geräten: "Die Schüler können da riesige Karrieren machen."

Cemal und seine Mitschüler konnten im Baubus viel über verschiedene Bauberufe lernen. (Foto: Dürmuth)
Cemal und seine Mitschüler konnten im Baubus viel über verschiedene Bauberufe lernen. (Foto: Dürmuth)

Ein ganzer Bus wird vermessen

Baubus hat in Oberdischingen Halt gemacht – Schüler informieren sich über Bauberufe

Von Simone Dürmuth sz online 22.01.2014
Oberdischingen Auf dem Schulhof der Grund- und Werkrealschule in Oberdischingen stand am Mittwoch ein ungewöhnliches Gefährt: der Baubus der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. In diesem umgebauten Linienbus gibt es verschiedene Stationen, an denen die Schüler viel über die verschiedenen Bauberufe lernen können.

Vor allem für die Neuntklässler ist das Angebot des Busses interessant: Sie werden im Sommer ihren Abschluss machen und müssen dann überlegen, ob sie eine Ausbildung anfangen oder weiter zur Schule gehen wollen. Im Bus muss zum Beispiel ein Plan vom Grundriss eines Hauses gelesen werden, verschiedene Baustoffe und Werkzeuge müssen an der Fühlbar erkannt werden und sogar der Baubus an sich wird von den Schülern vermessen und sein Volumen muss berechnet werden. Damit bei dem ganzen Spaß aber die Information nicht zu kurz kommt, hält Jürgen Mayer, selbst Maurermeister, einen kurzen Vortrag zum Thema Ausbildung in den Bauberufen.

Für den 15-jährigen Cemal war der Besuch im Baubus „spannend und lustig“. Trotzdem sei für ihn klar, dass er erst mal weiter zur Schule geht und seinen Realschulabschluss macht. Dann will er Industriemechaniker werden.

 

Jürgen Mayer hofft aber, dass er vielleicht doch ein paar Jugendliche für das Berufsbild begeistern konnte. In den nächsten vier Jahren würden voraussichtlich 80 000 Bauarbeiter in den Ruhestand gehen, aber nur etwa 20 000 würden nachkommen. „Da ist der Bedarf offensichtlich“, so der Maurermeister. Außerdem möchte er den Jugendlichen zeigen, wie sich das Berufsbild verändert hat. Durch viele neue Maschinen sei der Beruf weniger körperlich anstrengend, dafür aber inhaltlich anspruchsvoller geworden.

Rektor Reinhard Allgaier ist „voll und ganz zufrieden“ mit dem Besuch des Baubusses. Ihm sei es vor allem wichtig, dass sich die Schüler mit ihren Berufsmöglichkeiten beschäftigen.

Der Baubus ist heute an der Schillerschule in Erbach und am Freitag, 24. Januar, bei der Ausbildungsmesse am Schulzentrum Munderkingen zu Gast.

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