Dialog der Generationen (swp)

Alle Fotos : Renate Emmenlauer
Alle Fotos : Renate Emmenlauer

Dialog der Generationen in Oberdischingen

 Schon 15 Jahre reichen die Wurzeln vom „Dialog der Generationen“ zurück, bei dem Schüler der GWRS Oberdischingen regelmäßig die Bewohner im örtlichen Altenheim St. Hildegard besuchen.

 

RENATE EMMENLAUER (swp)

 

 

Oberdischingen. Es ist Montag, kurz vor 15 Uhr. Zehn Schüler der heimischen Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule treffen sich mit Schulrektor Reinhard Allgaier im Eingangsbereich des Altenheims St. Hildegard. Ordensschwester Maria Lucie gesellt sich mit Stift und Block dazu. Sie hat bereits mit einigen Bewohnern vereinbart, dass Mädchen und Jungs in Zweiergruppen aufgeteilt, ein Stündchen Zeit mit ihnen verbringen, und fragt jetzt bei den Schülern nach, ob sie mit den Bewohnern Brettspiele machen oder mit ihnen ein Schwätzchen halten wollen. Armano und Dennis, Paul und Jannik, Selin und Tijana, ebenso Melissa und Nesrin entscheiden sich für Spiele. Iva und Daniela möchten mit den älteren Leuten reden. Bewohner Herbert Schuhmacher schwärmt: „Die jungen Leute tun uns immer so gut.“ Das findet auch Franziska Exel, deren Augen beim Anblick ihrer lustigen Spielpartnerinnen Selin und Tijana leuchten. Gisela Virnau und Elisabeth Lieblang, beide sind schon über 90 Jahre alt, erzählen den beiden Schülerinnen aus ihrer Kindheit und lassen auch bittere Kriegserlebnisse nicht aus. Iva und Daniela berichten von ihren Hobbys und beruflichen Zielen. Wie im Flug vergeht die Zeit. „Es ist so schön, dass die beiden Mädchen mit uns Zeit verbringen“, freuen sich die betagten Damen. Auch Emma Gerold und Maria Anna Scherer, die im August ihren 100. Geburtstag feiert, sind begeistert über die gesellige Stunde beim „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel. Die Bewohnerin Brigitte Neumann hat einen grünen Daumen und lässt Setzlinge zu schönen Blumen und Pflanzen gedeihen. Darüber berichtet die Seniorin den Schülerinnen Melissa und Nesrin. Gegen 16 Uhr treffen sich die Mädchen und Jungs in gemütlicher Runde, von Schwester Maria Lucie mit Gebäck und Saft verwöhnt. Hier tauscht die Gruppe die Erlebnisse aus der vorangegangenen Stunde aus. Die Ordensfrau bezeichnet das Dauerprojekt „Dialog der Generationen“ als wertvollen Beitrag zur Seniorenarbeit. „Manche unserer Bewohner warten immer schon auf den zweiwöchentlichen Besuch der Schüler. Vor allem im Sommer, wenn Spaziergänge unternommen werden. Diese jungen Menschen bringen Leben in unser Haus und in die Herzen unserer Bewohner.“ Reinhard Allgaier strahlt: „Das war heute wieder ein richtig gelungener Nachmittag.“ Der Schulrektor ist übrigens beim Besuch im Altenheim immer dabei. Er sieht sich als Steuermann, der jedes Mal abspricht, wer aus dem festen Stamm von 25 Schülern der Klassen fünf bis neun den jeweiligen Termin einplanen kann. „Bis heute hat sich das Projekt als Selbstläufer erwiesen, dank der Freiwilligkeit der Schüler“, teilt Allgaier mit. Ihm ist wichtig, den „Dialog der Generationen“ weiter am Leben zu erhalten. Zum einen, um die älteren Menschen zu erfreuen, anderseits den Schülern zu vermitteln: „Wir haben als Kinder von unseren Großeltern viel Zeit und Zuneigung bekommen. Jetzt geben wird dies an die Senioren zurück“. Einen weiteren Aspekt bringt der Rektor noch an: „Vielleicht kann sich der eine oder andere Schüler mal einen Beruf in der Altenhilfe vorstellen, wenn positive Berührungspunkte vorhanden sind.“ Stolz macht ihn, dass die Mädchen und Jungs den Besuch nicht als ehrenamtlichen Dienst aus Pflichtbewusstsein ansehen, sondern selbst viel Freude bei der Begegnung mit den Bewohnern haben. „Ich bin hier, weil es mir Spaß macht“, wie Armano sagt oder wie Selin schwärmt: „Die alten Leute hier bringen uns Kinder super zum Lachen und wissen

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