Freie Bahn für Sozialarbeiter (sz online)

Schule Oberdischingen Josef Karlmann Brechenmacher(David Drenovak)
Schule Oberdischingen Josef Karlmann Brechenmacher(David Drenovak)

Freie Bahn für Schulsozialarbeiter in Oberdischingen

Oberdischingens Gemeinderat schafft 15-Prozent-Stelle – Schulleiter ist sehr zufrieden

Oberdischingen (sz online Drenovak, David) Der Oberdischinger Gemeinderat hat im Beisein von Schulleiter Reinhard Allgaier beschlossen, einen Schulsozialarbeiter für die Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule einzustellen. Die Räte einigten sich auf eine 15-prozentige Stelle, was bedeutet, dass der neue Mitarbeiter rund sechs Stunden pro Woche mit den Oberdischinger Schülern arbeiten wird. Die monatlichen Kosten für die Gemeinde belaufen sich auf 583,22 Euro.

Da eine Stellenbesetzung für Schulsozialarbeit nicht unter 50 Prozent vorgesehen ist, hat sich Bürgermeister Friedrich Nägele mit der Stadt Ehingen und dem Verein Oberlin, der die Sozialarbeiter in den Ehinger Schulen stellt, zusammengesetzt, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Als Vertragslaufzeit ist das Schuljahr 2016/2017 vorgesehen.

Der Vorschlag, den die Oberdischinger Verwaltung ausgearbeitet hat, sah im ersten Entwurf vor, die Stelle des Ehinger Schulsozialarbeiters um zehn Prozent aufzustocken, was für Oberdischingen einer Betreuung von etwa vier Wochenstunden bedeutet hätte. Da die Fahrzeiten des Schulsozialarbeiters von der Arbeitszeit abgezogen werden, blieben aber nur dreieinhalb Stunden reine Arbeitszeit pro Woche übrig, erläuterte Nägele. In den Abstimmungsgesprächen zwischen Friedrich Nägele, Schulleiter Reinhard Allgaier und Kathrin Modsching von Oberlin äußerte die Vertreterin des Vereins Bedenken, ob sie bei einer so geringen Stundenzahl den Auftrag überhaupt übernehmen würden. So könne man sich laut Aussage von Modsching in der veranschlagten Zeit nur um die Härtefälle kümmern. Trotzdem kamen die Beteiligten zu einer Einigung. Oberlin übernimmt den Auftrag, auch bei einer zehnprozentigen Stelle. Voraussetzung sei eine enge Abstimmung mit der Schulleitung. Dies sicherte Allgaier zu.

Gemeinderäte wollen mehr Stunden

Obwohl sich die Gemeinderäte und die Verwaltung in der Sitzung am Dienstagabend einig waren, dass es sich bei der Oberdischinger Schule nicht um einen Brennpunktschule handle, und man im ländlichen Bereich bei weitem nicht mit den klassischen städtischen Probleme kämpfe, kam es zu Diskussionen über den Umfang. Marius Hirsch sagte: „Wir haben jetzt schon Problemfälle. Zehn Prozent sind zu wenig. Wir haben eine Klasse, da streiten sogar schon die Eltern miteinander. Da wird der Sozialarbeiter auf jeden Fall rein müssen. Deswegen plädiere ich für 15 Prozent.“

Bürgermeister Nägele erklärte, dass eine Aufstockung um fünf Prozent jeweils Mehrkosten von rund 2000 Euro pro Jahr für die Gemeinde bedeuten. Wobei er generell die Idee unterstütze. Schließlich sei es heute ein Qualitätsmerkmal, einen Schulsozialarbeiter an der Schule zu haben. Für dieses Haushaltsjahr seien 2000 Euro eingestellt, die im angedachten Zeitraum vier Monate abdecken müssten, ansonsten entstünden überplanmäßige Ausgaben im Haushalt. Eine finanzielle Unterstützung durch den Landkreis sei aber bis zu einer 20-prozentigen Stelle gewährleistet, informierte Nägele den Rat und brachte noch ein weiteres Argument für eine 15-prozentige Stelle ein. Falls der Sozialarbeiter sich tatsächlich nur mit den Härtefällen beschäftigt, könne ein Verbrennungseffekt eintreten. „Da heißt es dann schnell unter den Kindern, wenn du zu dem hin musst, hast du Probleme und die betroffenen werden dann zu Außenseitern“, so der Bürgermeister.

Holger Hess wies darauf hin, dass man nicht schnell reagieren könne, sollte der Bedarf größer als erwartet sein. Denn eine Erweiterung der Stundenzahl sei erst nach dem Auslaufen des Vertrags möglich. Mehr Zeit wäre sinnvoll, um die neue Person besser an der Schule zu integrieren, steuerte Schulleiter Reinhard Allgaier bei, der bei der Ratssitzung zu Gast war und der den Räten bei Nachfragen zur Situation Rede und Antwort stand. „Ich würde mich schon über zehn Prozent freuen, aber 15 wären natürlich schöner“, sagte Allgaier schmunzelnd.

Auf vielfachen Wunsch änderte die Verwaltung dann im Beschlussvorschlag auch kurzfristig den Prozentsatz auf 15. Der Gemeinderat stimmte in der Folge einstimmig für die neue Stelle. Die Gesamtkosten für den Jahresvertrag belaufen sich für Oberdischingen auf rund 7000 Euro.

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