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Den „Dialog der Generationen“ pflegt in Oberdischingen die Schule mit dem Altenpflegeheim.  sz-online 23.06.16 Foto: Elisabeth Sommer
Den „Dialog der Generationen“ pflegt in Oberdischingen die Schule mit dem Altenpflegeheim. sz-online 23.06.16 Foto: Elisabeth Sommer

Oberdischinger Schüler pflegen den Dialog der Generationen

 

 

Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule kooperiert mit Pflegeheim St. Hildegard – Heimleiter lobt soziales Engagement

 

 

 

 

Oberdischingen sz Lautes und heiteres Stimmengewirr hat am Montagnachmittag im Eingangsbereich des Altenpflegeheimes St. Hildegard in Oberdischingen geherrscht. Soeben war das jüngste Treffen von Schülern mit Senioren vorbei und die Jugend tauschte sich darüber aus. Als Lohn für den ehrenamtlichen Einsatz genossen die Schüler Saft und Kekse im Gesellschaftszimmer. Hier hatten sie sich eine Stunde zuvor getroffen und die Zwischenzeit mit Rollstuhlfahrern aus dem Heim bei einem Spaziergang im Park und durch den Ort verbracht. Acht Mädchen und drei Jungen machten diesmal mit.

 

Seit 15 Jahren pflegt die Schule den Kontakt zum Altenpflegeheim. Zweiwöchentlich am Montag kommt eine Gruppe und besucht die Senioren. Mal werden Gesellschaftsspiele gemacht, mal etwas vorgelesen oder wie am Montag bei gutem Wetter die Senioren im Rollstuhl geschoben. „Dialog der Generationen“ nennt die Schule das Projekt. Bei den Gesellschaftsspielen ergibt sich dann auch meist dieser Dialog schon wegen des Spielverlaufs. Beim Schieben eines Rollstuhls ergibt sich die Kontaktaufnahme weniger, räumt ein Sechstklässler ein. Sehr schön sei es, an die Sonne und frische Luft zu kommen, sagte eine 80-Jährige während der Spazierfahrt. Ausgestattet mit Sonnenhut hatte sie wie andere Heimbewohner schon auf die Begleiter für die Spazierfahrt gewartet.

 

Ordensschwester Maria Lucie legt auf Heimseite fest, was unternommen wird und fragte, welche Bewohner mitmachen wollen. Auf Schulseite klärt Direktor Reinhard Allgaier die Zahl der teilnehmenden Schüler ab und ist im Heim als Ansprechpartner anwesend. Mal erzählten Senioren vom Krieg und die Kinder haben im Schulleiter ihren Zuhörer, um über Ungewöhnliches zu sprechen. Das Außergewöhnliche diesmal waren Heimbewohnerinnen, die gemeinsam beteten. „Es ist vollkommen freiwillig“, betont Allgaier. „Die Schüler nehmen viel auf sich, um teilnehmen zu können“, lobt der Schulleiter der Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule. Nach Schulschluss und Mittagessen widmen sich die Schüler diesem ehrenamtlichen Einsatz. Die Auswärtigen müssen zum Beispiel die An- und Heimfahrt organisieren. Schwester Maria Lucie teilt den Jugendlichen die Senioren zu. Gibt es etwas zu klären, machen das die Schüler eigenständig und ohne Einwirken des Schulleiters. Ziel sei neben dem generationenübergreifenden Kontakt die Förderung der Eigenständigkeit der Schüler.

 

Aufgrund des Stundenplans können sich heuer Fünft- bis Siebtklässler beteiligen. In anderen Jahren waren auch die Älteren dabei. In eine Note fließt der Einsatz im Altenpflegeheim nicht ein, allerdings können die Mitwirkenden sich ein Zeugnis über die Teilnahme am „Dialog der Generationen“ ausstellen lassen, was bei der Ausbildungswahl nützlich sein kann.

„Es ist etwas Besonderes“, sagt Heimleiter Walter Fesseler zum Engagement der Schüler in der Senioreneinrichtung. Dankbar ist der Direktor auch, dass außer den Schülern auch Frauengruppen und einzelne Freiwillige ins Heim kommen, um sich mit den Bewohnern zu treffen und diese zu unterhalten. Weitere Freiwillige seien immer willkommen, sagt auch Schwester Maria Lucie.

 

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