PRESSEBERICHTE

SWP am 05.07.2018/ Renate Emmlauer

GRUNDSCHULE OBERDISCHINGEN BESUCHT BAUERNHOF

BILD: EMMLAUER
BILD: EMMLAUER

 

War das ein fröhliches Gewusel am Dienstagvormittag auf dem landwirtschaftlichen Anwesen von Hans-Benno Wichert in Oberdischingen. 24 Vorschulkinder waren mit ihren Betreuerinnen gekommen, ebenso 14 Schüler der Grundschule. Anlass war die Aktion „100 Pferde für 100 Kindergärten“ mit dem Motto „Pferde für unsere Kinder“ des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg.

Ziel der Aktion ist, das Pferd als Freund und Helfer, ob im Sport oder in der Freizeit, vor allem aber im pädagogischen und therapeutischen Bereich, wieder mehr ins Blickfeld zu rücken. Deshalb hat Hans-Benno Wichert als Vizepräsident des Landesbauernverbands mit Unterstützung der Baywa Erbach ein Holzpferd samt Lernkoffer an den Kindergarten übergeben. „Mit diesem symbolischen Pferd wollen wir Kindern den Zugang zum Pferd spielerisch ermöglichen“, betonte Wichert.

Nera und Idefix kommen gut an

Den Umgang mit dem Pferd sollen auch Kontakte zu Reitvereinen oder Reit- und Zuchtbetriebe ermöglichen. Dazu waren die Pferdesportfreunde Graumershof-Bach nach Oberdischingen gekommen. Veronika Stetter und FSJ-lerin Janina Rybinski hatten die Ponys Nera und Idefix mitgebracht, die sogleich von den Sprösslingen umringt waren und die Streicheleinheiten der Kinder offensichtlich genossen. Im Herbst dürfen die Kinder bei einem Besuch im Reitstall in Bach  auch selbst auf dem Pferd sitzen.

Als vierfacher Familienvater, erklärte Hans-Benno Wichert, wolle er den Kindern nicht nur Pferde näherbringen, sondern auch die anderen Tiere auf dem Bauernhof. Deshalb lade er schon seit zehn Jahren alljährlich Grundschüler und Kindergartenkinder zum „Bauernhoftag“ auf seinen landwirtschaftlichen Betrieb ein, sagte der Landwirt und Gemeinderat. Pfarrer Harald Talgner zeigte sich begeistert von der Aktion. Und Bürgermeister Fritz Nägele, nach seinen Worten selbst ein Kind aus der Landwirtschaft, merkte an, dass Tiere nicht nur Spielzeug seien, sondern wertvolle Lebewesen.

Woher kommen Müsli & Co.?

Danach hieß es mit Hans-Benno Wichert und seiner Frau Christina Bauernhof-Luft schnuppern. Zuerst bekamen die Mädchen und Buben zum Thema „Woher kommen Brot, Müsli und Co.?“ einige Informationen über die verschiedenen Getreidesorten. Der Landwirt fragte in die Runde, wann das Getreide in den Boden kommt und wann und wie es geerntet wird. Eifrig und mit leuchtenden Augen reckten die Kinder ihre Hände in die Höhe und hatten jede Menge Antworten parat.

Dann stieg die Spannung: Alle kleinen und großen Besucher mussten für die nächste Station Plastiküberschuhe anziehen. Eine trächtige Muttersau wurde aus dem Stall geholt, danach einige Ferkel – aus hygienischen Gründen in sicherem Abstand. „Wir Menschen können zahlreiche Krankheiten auf die Schweine übertragen. Das wäre im Ernstfall dramatisch“, erläuterte Hans-Benno Wichert.

Mit Traktor und Anhänger kutschierte er danach die angehenden und hoch motivierten „Bauernhof-Lehrlinge“ zu seinen Getreidefeldern. Im Anschluss folgte ein Abstecher zum Pferdehof von Herbert Seitz am Ortsrand von Oberdischingen. Wieder zurück auf dem Hofgut der Familie Wichert gab es kühle Getränke. Für die Kinder war es ein besonderes Erlebnis; die Aktion hat den Bauernhof erlebbar gemacht.

Foto: Rainer Schäffold
Foto: Rainer Schäffold

Der Werkrealschule in Oberdischingen droht das Ende

 

Rainer Schäffold | 31.01.2017 SWP online

 

 

 

 

 

Noch beherbergt das Schulgebäude am Ziegelweg in Oberdischingen eine Werkrealschule. Doch deren Ende scheint jetzt absehbar zu sein.  

 

Der „Blaue Brief“ erreichte die Gemeinde Oberdischingen kurz vor Weihnachten. Sollte in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren, hatte das Staatliche Schulamt geschrieben, nicht die Mindest-Schülerzahl von 16 erreicht werden, drohe der Werkrealschule am Ort die Schließung. „Regionale Schulentwicklung“ heißt dies im Amtsdeutsch. Und die Aussichten erscheinen düster: Zum laufenden Schuljahr waren gerade einmal drei Schüler in die fünfte Klasse gekommen.

 

Für die Gemeinde als Schulträger kam diese Nachricht aber nicht aus heiterem Himmel. „Das ist nicht überraschend“, sagte Bürgermeister Fritz Nägele am Montag im Gemeinderat, nachdem er das Schreiben vorgetragen hatte. Schon seit einigen Jahren kämpft der Werkrealschul-Zweig der Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule ums Überleben, den Kampf haben andere Schulen in der Umgebung längst verloren. „Es ist toll, dass wir die Schule bisher hatten“, sagte Nägele gestern auf Anfrage.

 

Immerhin: Sollte das Ende der Schule tatsächlich im Sommer besiegelt sein, könnten die bisherigen Schüler, die jetzt in Klasse sechs aufwärts sind, auf alle Fälle noch ihren Abschluss in Oberdischingen machen. Die jetzigen Fünfer aber nicht mehr: Für sie wäre nach Klasse sieben auf jeden Fall Schluss, sagte Schulleiter Reinhard Allgaier gestern.

 

Er will jedoch, Kämpfer in Sachen Werkrealschule wie eh und je, die Flinte noch nicht ins Korn werfen. „Wir warten auf jeden Fall die Anmeldungen fürs kommende Schuljahr ab.“ Anmeldungen und einige Anfragen von Eltern lägen bereits vor. Erschwert werde die Sache jedoch vom Termindruck: Schon Anfang April, sagte Allgaier, müsse er die Zahlen melden, und auf deren Grundlage entscheide dann das Amt.

 

Während der Schulleiter momentan nur abwarten könne, wie er sagt, stellt sich die Frage nach der weiteren Verwendung des Schulgebäudes, das in den zurückliegenden Jahren für rund 1,6 Millionen Euro energetisch saniert worden ist. Die Sanierung sei dennoch auf jeden Fall sinnvoll gewesen, sagt Bürgermeister Nägele. Es ist angedacht, dass die Grundschule in die bisherigen Werkrealschulräume umziehen wird. Bisher war sie im östlich gelegenen kleineren Schulgebäude untergebracht.

 

Drei Jahre Fortbestand

 

Die Ganztagesbetreuung der Grundschule benötige Platz, auch die Küche werde wohl verlegt. Dass dies Kosten verursachen wird, verhehlte Nägele nicht. Diese fielen freilich nicht sofort an. Drei Jahre würde die Werkrealschule noch bestehen, bis alle Schüler  ihren Abschluss hätten.

 

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Schüler ungefähr besuchen aktuell die Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule in Oberdischingen. Etwa 90 in der Werkreal- und 80 in der Grundschule.