Foto: Rainer Schäffold
Foto: Rainer Schäffold

Der Werkrealschule in Oberdischingen droht das Ende

 

Rainer Schäffold | 31.01.2017 SWP online

 

 

 

 

 

Noch beherbergt das Schulgebäude am Ziegelweg in Oberdischingen eine Werkrealschule. Doch deren Ende scheint jetzt absehbar zu sein.  

 

Der „Blaue Brief“ erreichte die Gemeinde Oberdischingen kurz vor Weihnachten. Sollte in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren, hatte das Staatliche Schulamt geschrieben, nicht die Mindest-Schülerzahl von 16 erreicht werden, drohe der Werkrealschule am Ort die Schließung. „Regionale Schulentwicklung“ heißt dies im Amtsdeutsch. Und die Aussichten erscheinen düster: Zum laufenden Schuljahr waren gerade einmal drei Schüler in die fünfte Klasse gekommen.

 

Für die Gemeinde als Schulträger kam diese Nachricht aber nicht aus heiterem Himmel. „Das ist nicht überraschend“, sagte Bürgermeister Fritz Nägele am Montag im Gemeinderat, nachdem er das Schreiben vorgetragen hatte. Schon seit einigen Jahren kämpft der Werkrealschul-Zweig der Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule ums Überleben, den Kampf haben andere Schulen in der Umgebung längst verloren. „Es ist toll, dass wir die Schule bisher hatten“, sagte Nägele gestern auf Anfrage.

 

Immerhin: Sollte das Ende der Schule tatsächlich im Sommer besiegelt sein, könnten die bisherigen Schüler, die jetzt in Klasse sechs aufwärts sind, auf alle Fälle noch ihren Abschluss in Oberdischingen machen. Die jetzigen Fünfer aber nicht mehr: Für sie wäre nach Klasse sieben auf jeden Fall Schluss, sagte Schulleiter Reinhard Allgaier gestern.

 

Er will jedoch, Kämpfer in Sachen Werkrealschule wie eh und je, die Flinte noch nicht ins Korn werfen. „Wir warten auf jeden Fall die Anmeldungen fürs kommende Schuljahr ab.“ Anmeldungen und einige Anfragen von Eltern lägen bereits vor. Erschwert werde die Sache jedoch vom Termindruck: Schon Anfang April, sagte Allgaier, müsse er die Zahlen melden, und auf deren Grundlage entscheide dann das Amt.

 

Während der Schulleiter momentan nur abwarten könne, wie er sagt, stellt sich die Frage nach der weiteren Verwendung des Schulgebäudes, das in den zurückliegenden Jahren für rund 1,6 Millionen Euro energetisch saniert worden ist. Die Sanierung sei dennoch auf jeden Fall sinnvoll gewesen, sagt Bürgermeister Nägele. Es ist angedacht, dass die Grundschule in die bisherigen Werkrealschulräume umziehen wird. Bisher war sie im östlich gelegenen kleineren Schulgebäude untergebracht.

 

Drei Jahre Fortbestand

 

Die Ganztagesbetreuung der Grundschule benötige Platz, auch die Küche werde wohl verlegt. Dass dies Kosten verursachen wird, verhehlte Nägele nicht. Diese fielen freilich nicht sofort an. Drei Jahre würde die Werkrealschule noch bestehen, bis alle Schüler  ihren Abschluss hätten.

 

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Schüler ungefähr besuchen aktuell die Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule in Oberdischingen. Etwa 90 in der Werkreal- und 80 in der Grundschule.

 

 

 

Marion Saager zur neuen Vorsitzenden gewählt

Bei der Hauptversammlung des Schulfördervereins ist die bisherige Stellvertreterin zur ersten Vorsitzenden aufgerückt

Elisabeth Sommer 14.11.2015 (Aktualisiert 16:48 Uhr)

Oberdischingen sz Der Schulförderverein hat einen neuen Vorstand gewählt und beschlossen, dass der Vereinsname dem neuen Schulnamen angepasst wird. Marion Saager ist von der bisherigen Stellvertreterin zur ersten Vorsitzenden aufgerückt und brachte den Vorschlag zur Namensanpassung ein. Seit diesem Jahr trägt die Grund- und Werkrealschule den Namen des in Oberdischingen geborenen Lehrers Josef Karlmann Brechenmacher. Aktuell werden hier 180 Schüler unterrichtet, davon 83 Grundschüler.

Die Vorstandswahlen wurden von Schulleiter Reinhard Allgaier geleitet. Er warb als die Kandidatennennung etwas schleppend verlief für die Ämterbesetzungen mit dem Hinweis, dass der Förderverein für alle Schüler und insbesondere für Kinder aus finanziell benachteiligten Haushalten sehr hilfreich durch Zuschüsse sein kann und deshalb weiter bestehen sollte. Der Förderverein richtet auch das Schulfest aus. Die 2014 gewählte Vorsitzende Elisabeth Dittrich war im Oktober aus persönlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten. So meldete die Vizin ihre Kandidatur für dieses Amt an und wurde wie alle weiteren einstimmig gewählt. Neben den Vorstandmitgliedern und dem Schulleiter waren nur zehn Eltern anwesend. 72 Mitglieder hat der Förderverein.

Zur neuen Stellvertreterin ließ sich Bianca Walter wählen. Die Kasse wird jetzt von Michael Holster geführt, der damit Karin Stemmer ablöst. Neuer Schriftführer ist Uwe Saager. Als Beisitzerin macht Claudia Siefert weiter, zu der sich Helmut Leippert und Anna Wesner gesellen. Weiterhin als Kassenprüfer fungieren Ingrid Werner und Stefan Stöffler. Alle sind auf ein Jahr gewählt. Der Verein arbeitet in der Essensbetreuung, die zuletzt von 32 bis 41 Kindern in Anspruch genommen wurde und kann mittels Nachhilfelehrer Förderunterricht anbietet, der vorrangig Schülern der Abschlussklasse dienen soll, aber nach Möglichkeit auch für Grundschüler angeboten werden sollte, lautete die Bitte einer Mutter.

Drei Projekte wurden im vergangenen Vereinsjahr beantragt. Dafür gab es einen Zuschuss über 700 Euro. Für März 2016 ist der Tag des offenen Klassenzimmers geplant. Das Vereinsvermögen wird mit rund 4000 Euro beziffert. Der alte Vorstand wurde unter Vorbehalt entlastet. Der Vorbehalt bezieht sich auf ein Protokoll einer Vorstandssitzung vom Jahresanfang, das nachgereicht werden muss, erklärte die neue Vorsitzende.

 

Foto: Emmenlauer Rektor Reinhard Allgaier hat das Konzept der Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule vorgestellt.
Foto: Emmenlauer Rektor Reinhard Allgaier hat das Konzept der Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule vorgestellt.

Oberdischingen

Gezielt den einzelnen Schüler im Blick

Mehr Zeit für die Schüler, intensive Zuwendung, die Förderung individueller Stärken und Talente, familiäre Atmosphäre in einer überschaubaren Einrichtung, was insbesondere unsichere Schüler stütze, die eine schwere Grundschulzeit hinter sich haben.

 

swp online 13.03.15 RE | 13.03.2015


Diese Zielsetzung stellte Reinhold Allgaier gestern Nachmittag bei der Vorstellung des Konzepts der Grund- und Werkrealschule Oberdischingen, die seit vergangener Woche den Namen Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule trägt, in den Fokus. Nach Allgaiers Worten sei in der von Schülern aus Oberdischingen und den Nachbarorten geprägten Schule gewährleistet, dass man sich untereinander kenne, was ein Stück Heimat darstelle, zudem auch die Lehrer ihre Schüler kennen und so die gezielte Förderung der einzelnen Schüler in den Blick nehmen können. Als Beleg für die konstruktive Arbeit in der Schule griff er die Zahlen der Abschlussklasse 2014 heraus. 75 Prozent aller Schüler hatten sich für weiterführende Schule entschlossen, die anderen 25 Prozent seien alle in Ausbildungsbetrieben untergekommen. "Unsere Maßgabe ist, dass 100 Prozent unserer Schüler einen Weg nach vorn haben, wenn sie hier ihren Abschluss haben. Dafür kämpfen wir. Vorher geben wir nicht auf." Die Vorstellung fand im Anschluss an den "Nachmittag der offenen Klassenzimmer" statt, bei dem Schüler und Lehrer anderthalb Stunden ein buntes und kurzweiliges Programm für die kleinen und großen Besucher geboten hatten. Angesprochen waren Eltern mit ihren angehenden Fünftklässlern, damit sie sich selbst Eindrücke über den Schulalltag machen konnten, quasi als Entscheidungshilfe, die Oberdischinger Schule von Klasse fünf an zu wählen.

 

Foto: Rainer Schäffold
Foto: Rainer Schäffold

Oberdischingen

Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule: Portion Mut und Optimismus

Seit dem gestrigen Freitag heißt die Oberdischinger Grund- und Werkrealschule offiziell Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule. In der Feier zum Abschluss der Sanierungsarbeiten gab es viele Lobes- und Dankesworte.

Swp online RAINER SCHÄFFOLD | 07.03.2015  

 

Foto: Rainer Schäffold

Ein Kuchen mit Bedeutung: Architekt Ralph Schmiedle (rechts) überreichte den symbolischen Schlüssel für das sanierte Schulgebäude an Bürgermeister Fritz Nägele und Schulleiter Reinhard Allgaier (Mitte). 

Es habe "eine große Portion Mut und Optimismus" erfordert, die Schule in einem solchen Umfang zu sanieren, sagte Bürgermeister Fritz Nägele gestern vor dem Hintergrund einer teils unsicheren Zukunft der ländlichen Schulen. Zudem seien knapp 1,6 Millionen Euro eine Menge Geld für so eine kleine Gemeinde wie Oberdischingen. "Fast termingerecht" sind die Arbeiten nun beinahe fertig, gestern wurde der Abschluss in der Mehrzweckhalle feierlich begangen; weiterer Anlass war die Namensgebung zur "Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule".

Der Weg zur Entscheidung über den Namen sei "etwas holprig" verlaufen, räumte Nägele ein. Der Gemeinderat habe den Namen nach bestimmten Regeln ausgesucht, er sollte einen Bezug sowohl zum Ort als auch zum Auftrag der Schule haben. Mit Brechenmacher sei dieser Bezug erfüllt, wie auch Werner Kreitmeier, Vorsitzender des Museumsvereins, erklärte. Der Lehrer und vor allem Sprachforscher ist 1877 in Oberdischingen geboren und habe den Ort nie aus den Augen verloren.

Viel Geld habe der Schulträger in die Hand genommen, lobte Schulrätin Veronika Goller. Der Name sei ihr zunächst "etwas sperrig" vorgekommen, es brauche wohl etwas Zeit, sich an ihn zu gewöhnen. Landtagsabgeordneter Karl Traub lobte das "gelungene Gesamtwerk". Mehrfachen Dank erfuhr auch der anwesende Amtsvorgänger von Bürgermeister Nägele, Benno Droste.

"Gemeinsam eine lernende Schule bauen" - dieser Auszug aus dem Leitbild sei eigentlich nicht auf Baumaßnahmen bezogen gewesen, sagte Rektor Reinhard Allgaier. Gleichwohl habe sich das Kollegium über die Erneuerung des Gebäudes gefreut. Kein Zuckerschlecken sei der Unterricht bei laufendem Baubetrieb gewesen. "Die Schule ist bestens gerüstet für die Zukunft", sagte Allgaier.

Architekt Ralph Schmiedle lobte die "unkomplizierte Zusammenarbeit" mit dem Bauträger. Der strenge Winter und auch "unterschiedliche Auffassungen über Mängel und deren Beseitigung" hätten dazu geführt, dass die Sanierung nicht ganz pünktlich fertig geworden sei. Künftig könne dadurch ein Drittel Energie eingespart werden. Schmiedle überreichte Nägele und Allgaier symbolisch einen Schlüssel in Form eines Kuchens.

Saniert wurden im ersten Abschnitt das große Schulgebäude, Teile der Mehrzweckhalle und des Schwimmbads. Ob und wann der zweite Abschnitt folge, der die frühere Grundschule sowie das Dach der Mehrzweckhalle beträfe, sei offen, sagte Nägele. Laut Plan würde dies weitere 800 000 Euro kosten.

Mit drei schwungvollen Weisen bereicherte der Grundschulchor die Feier, die Dekoration der Halle und die Bewirtung hatten die Eltern der Sechstklässler übernommen.

Oberdischingen

Als ein Lkw in die Schule krachte

Gut 46 Jahre liegt es zurück, als bei einem Unfall in Oberdischingen ein Lkw ins Schulgebäude krachte. Dieses Bild ist Teil der Dokumentation "Schule im Wandel der Zeit", mit der der Oberdischinger Museumsverein aufzeigen will, wie sich die Oberdischinger Schule verändert hat.

swp online FF | 06.03.2015

Gut 46 Jahre liegt es zurück, als bei einem Unfall in Oberdischingen ein Lkw ins Schulgebäude krachte. Dieses Bild ist Teil der Dokumentation "Schule im Wandel der Zeit", mit der der Oberdischinger Museumsverein aufzeigen will, wie sich die Oberdischinger Schule verändert hat. Anlässlich der Feier zur Namensgebung der Schule heute Nachmittag, Beginn 14 Uhr, wird die Ausstellung im Erdgeschoss des Hauptgebäudes zu sehen sein, kündigt der Verein an.

Der Unfall geschah noch im alten Schulhaus an der Bachstraße, inzwischen werden die Schüler längst im "neuen", 1958 errichteten Gebäude am Ziegelweg unterrichtet. Im Rahmen der Feier heute bekommt die Schule ihren neuen Namen. "Josef-Karlmann-Brechenmacher-Schule" wird sie getauft, weiterer Anlass des Festes ist der Abschluss der Sanierungsarbeiten, die, wenn alles fertig ist, insgesamt rund 1,6 Millionen Euro gekostet haben werden.

Im Expeditionsmobil der Baden-Württemberg-Stiftung, das seit gestern an der Schule Station macht, gibt es von 12.30 bist 13.30 Uhr einen Vortrag. "Nachhaltigkeit & Energiewende - nachdenken, umdenken, Zukunft gestalten" ist sein Thema. Mit dem Mobil soll die Nachhaltigkeit zu den Menschen gebracht werden. In dem zweistöckigen Fahrzeug sind sowohl Multimedia-Ausstellung und Dialogforum als auch Veranstaltungszentrum untergebracht.

Den Schülern gefiel das Expeditionsmobil. Ehrenfeld
Den Schülern gefiel das Expeditionsmobil. Ehrenfeld

sz online 06.03.2015 (Aktualisiert 17:03 Uhr) Selina Ehrenfeld

Schüler lernen Energiewende spielerisch kennen


Expedition N kommt in Oberdischingen gut an – Auch Schulsanierung setzt auf Energiewende

 


Oberdischingen sz Mit außergewöhnlichen Experimenten haben die Schüler der Klassen 7 bis 9 der GWRS Oberdischingen am Donnerstag und Freitag das Thema Energiewende erforscht.

Mit einem zweistöckigen Expeditionsmobil waren Thomas Ellmer und Almut Sedlmeier vom Projekt Expedition N angereist. Im Mobil wartete ein Ausstellungsraum auf die Schüler, in dem nicht nur geschaut, sondern auch selbst ausprobiert werden konnte. So mussten die Schüler an einer Station selbst kräftig kurbeln, um einen Tischtennisball mit großem Druck nach oben zu schießen. An einem Hausmodell erklärten die beiden Referenten, wie mit wenigen Tricks Energie gespart werden kann. Dabei waren die Kinder erstaunt darüber, wie viele versteckte Stromfresser es im Haus durch den Standby-Modus gibt. Am Beliebtesten war jedoch das Energiespiel in der Mitte des Ausstellungsraumes. Dort mussten Schüler in Teamarbeit versuchen, durch Kurbeln selbst Energie zu erzeugen und zu speichern, damit diese dann innerhalb einer bestimmten Zeit für mehrere Geräte gleichzeitig genutzt werden konnte. „Wenn man das nicht rechtzeitig schafft, gibt es einen sogenannten Blackout und der Strom fällt aus. Die Schüler waren alle ganz heiß darauf, den Highscore zu knacken“, sagte Almut Sedlmeier von der Expedition N.

Ziel des zweitägigen Angebots war es laut Thomas Ellmer, das Thema der Nachhaltigkeit zu erfahren und durch einen außerschulischen Impuls zu lernen, wie Energieversorgung in der Zukunft aussehen kann. „Das Wort Nachhaltigkeit wird heutzutage für vieles verwendet aber in dem Zusammenhang mit Energie bedeutet das eine schonende Nutzung eines Systems“, so Ellmer. „Die Schüler sollen lernen, dass es alternative Wege gibt, Energie zu gewinnen.

Das passt gut zu der aktuellen energetischen Sanierung der Schule“, sagte Allgaier. „Die Gemeinde hat sich entschieden, dass die Schule heiztechnisch auf Holzpellets umsteigt.“ Außerdem seien die Schüler stets engagiert, eigene Projekte auf die Beine zu stellen. „Aktuell hat eine Gruppe Schüler ein Modell einer Biogasanlage gebastelt. In naher Zukunft wird diese Gruppe ihren Mitschülern auf einem Bauernhof zeigen, wie so eine Anlage funktioniert“, erzählte Allgaier.